Moinsen, schön das du hier bist!

du denkst dir jetzt vielleicht – wie kommt der auf die Überschrift? Ist doch volle Kanne Gold, und glänzen tut es ohne Ende. Ja stimmt – aber es ist kein Gold. Wie genau das funktioniert erklär ich später.

Inspiriert wurde ich hier durch den Film Godlfinger. Schon viele andere Fotografen haben sich ebenfalls daran versucht. Aber so richtig überzeugende Resultate konnte ich nicht finden. Deshalb war es für mich ein großer Anreiz es mal besser zu machen. Also bin ich hingegangen und habe das Internet zu diesem Thema auf links gedreht. Schlussendlich habe ich mich dann für eine von mehreren möglichen Varianten der Umsetzung entschieden. Der nächste Schritt war es dann das richtige Modell zu finden. Mit Jule habe ich die perfekte Person für dieses Projekt gefunden. Was sie so perfekt machte, waren vor allem ihre afroartigen Haare. Das war meiner Meinung nach bei den meisten anderen Bildern die ich so gesehen habe nämlich der große Knackpunkt. Da es figürlich ebenfalls gut passte, und sie glücklicherweise kein Problem mit dieser Matscherei hatte, war also das Shooting abgemacht.

Ich bereitete also im Vorfeld das Studio schon mal vor. Da ich wusste, dass es eine ziemliche Schweinerei werden würde, habe großflächig eine Plane ausgelegt, die zum Glück auch noch fast die gleiche Farbe hatte wie mein Hintergrundkarton. Um den Metalleffekt richtig gut rauszuarbeiten brauchte es natürlich richtig schöne und viele Reflektionen. Das hieß also ich benötigte Licht von allen Seiten. Im folgenden Foto seht ihr meinen ersten Lichtaufbau. Dieser hat sich im Laufe des Shootings allerdings immer mal wieder verändert….

Da nun alles vorbereitet war konnte es eigentlich los gehen. Ich bin mit Jule kurz noch mal durchgegangen wie und was genau gemacht werden sollte. Dann ging es auch direkt ans „Vergolden“. Warum in Anführungszeichen? Ich hatte ja Anfangs schon erwähnt, dass es sich nicht um Gold handelt. Ist vielleicht etwas kleinlich – aber genaugenommen handelt es sich um Bronzepulver das verwendet wurde. Um das zu einer auftragungsfähigen Substanz zu bekommen, wird es einfach mit Pflanzenöl verrührt. Es hätte auch eine Variante auf Wasserbasis gegeben, hier sah ich allerdings das Problem, dass die Farbe nach dem Abtrocknen matt wird. Weil das Öl nun logischerweise nicht trocknet hatten wir während des gesamten Shootings den gewünschten glänzenden Look.

Das Anmalen an sich ging relativ schnell weil dieses Pulver/Öl Gemisch ziemlich gut deckt. Wir konnten sogar Jule’s Tattoo komplett abdecken. Wie eben erwähnt habe ich für die Farbe ein Pflanzenöl verwendet. Im Netz habe ich gelesen das Rapsöl gut geeignet ist weil es auch leicht wieder abwaschbar ist. Wer auch immer das mal versuchen möchte. NEHMT KEIN RAPSÖL. Dieses Zeug stinkt in der Masse einfach sooo widerlich. Es hat Tage gedauert bis ich das wieder aus dem Studio hatte. Geschweige denn aus meiner Nase. Wenn ich jetzt Rapsöl rieche bekomme ich echt zu viel. Naja – hinterher ist man immer schlauer oder wie war das…?! Noch kurz ein paar Worte warum ich nun also Jule’s Haare für dieses Shooting so cool fand. Bei allen Bildern die ich bisher so gesehen habe wurden die Haare entweder nicht mit eingefärbt oder aber sie sahen einfach mega klätschig aus weil das Öl sie zusammenkleben lässt. Jule’s Haare sind aber gottseidank so kraus, dass sie das einfach nicht tun. Ich habe einfach drüber gepinselt und sie blieben in Form. Voll cool!

Zum Shooting selbst kann ich garnicht soo viel sagen. Ich hatte mich im Vorfeld von ein paar posen inspirieren lassen. Allerdings hatte ich mit Jule vorher schon mal gearbeitet und wusste, dass sie sehr fit ist was Posing betrifft. Vondaher lief das Shooting wie geschmiert – im warsten Sinne des Wortes. Denn Öl in Kombination mit der glatten Kunststoffplane war eine doch recht rutschige Angelegenheit. Wie das ganze in der Zwischenzeit aussah seht ihr hier.

Wer genau hinschaut sieht, dass am Ende vier Blitze im Einsatz waren. Die brauchte es auch um von allen Seiten die passenden Lichtreflexe zum bekommen. Hier noch ein paar weitere Bilder und zum Schluss wie das Schlachfeld am Ende aussah.

Du fragst dich jetzt vielleicht warum da ein Ventilator steht. Ist doch eh schon kalt wenn man über eine Stunde nackt im Studio steht. Das komplette Gegenteil war der Fall. Das liegt ganz einfach daran, dass es der Haut quasi nicht möglich ist zu schwitzen wenn diese komplett mit einem Bronzeölfilm benetzt ist. Deshalb mussten wir auf eine externe Kühlung zurückgreifen. War aber weniger dramatisch als es sich jetzt vielleicht anhört.

Mit die größte Herausforderung war es, Jule Unfallfrei unter die Dusche zu bekommen. Ich habe ihr notdürftig die Füße von unten gesäubert damit sie in den Flipflops nicht ausrutscht. Festhalten konnte sie sich natürlich auch nirgendwo, da sonst sofort alles voller goldenem Öl gewesen wäre. Du siehst schon – wir hatten jede Menge Spaß.

Ich hoffe du hattest auch ein wenig Spaß beim lesen und hoffentlich bis zum nächsten mal.

PS: NEHMT KEIN RAPSÖL 😉